„Technologien sind nur ein Teil des Bankings“

Yves Allemann BLKB

Seit 2008 bietet die BLKB als erste Schweizer Bank eine mobile Bank an. So können Bewohner kleinerer Gemeinden ohne Bankfiliale die Geschäfte, die sie nicht online abwickeln möchten, trotzdem vor Ort erledigen. Das Team der rollenden Bank ist klein, wodurch die Berater ihre Kundinnen und Kunden gut kennen. Die BLKB setzt auf die Mobile Bank und baut das Angebot weiter aus, indem ein weiteres Fahrzeug hinzukommt. Yves Allemann erzählt uns im Interview von den Erfahrungen mit der Mobilen Bank und wirft einen Blick in die Zukunft.

Wieso haben Sie sich dazu entschieden, eine Mobile Bank anzubieten? Wie verlief der Prozess von der Idee bis zur Umsetzung?

Nähe war uns schon immer wichtig. Aber bereits im Jahr 2007 gab es Gemeinden im Kanton, in denen sich für uns eine eigene Bank nicht mehr rechnete. Daraus entstand die Idee einer mobilen Lösung. Schon ein Jahr später fuhr unsere erste Mobile Bank zu den Kundinnen und Kunden.

Die Mobile Bank der BLKB besucht heute schon die Bevölkerung in Gemeinden ohne stationäre Filiale.

Es gab viele negative Stimmen in den Medien und Petitionen wurde gegen die Schliessung der Filialen eingereicht. Insbesondere die Bedürfnisse älterer Zielgruppen würden durch die Schliessung ignoriert werden. Wie sehen Sie das? Wie wird diese Zielgruppe heute berücksichtigt?

Geschlossen wird nur eine unserer Niederlassungen: In Reigoldswil gibt es seit September 2017 keine BLKB-Niederlassung mehr. Dank der Mobilen Bank

„Bargeld schicken wir auch nach Hause.“

können wir für die Bevölkerung – egal welchen Alters – den Service aufrecht erhalten. Als Nummer eins in der Region werden wir auch künftig das dichteste Niederlassungsnetz im Kanton pflegen. Wer nicht mehr gut zu Fuss ist, kann einen Grossteil seiner Anliegen telefonisch über unser Kundencenter organisieren. Bargeld schicken wir auch nach Hause.

Was waren interne Hürden, die es bei der Implementierung zu überwinden galt?

Die grösste Hürde für uns intern war, dass wir Banker mit dem Lastwagen-Führerschein brauchten. Das ist jetzt nicht gerade eine Kombination, die es auf dem Arbeitsmarkt häufig gibt. Wir haben daher drei unserer Beraterinnen und

„Die grösste Hürde für uns intern war, dass wir Banker mit dem Lastwagen-Führerschein brauchten.“

Berater diese Banker-atypische Weiterbildung machen lassen. Mit dem neuen Fahrzeug braucht es nur den normalen Führerschein mit Bewilligung für Anhänger – das macht uns noch einmal flexibler.

Welchen Wert haben die persönliche Interaktion und physische Kontaktpunkte bei der Mobilen Bank der BLKB?

Die Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden ist uns in der Mobilen Bank genauso wichtig, wie in den normalen Niederlassungen und in unseren Beratungsgesprächen. Auch wenn die rollende Bank mobil ist, so ist es doch nur ein kleines Team, das hinaus in die Dörfer fährt. Entsprechend kennen die Berater ihre Kundinnen und Kunden sehr gut.

Handelt es sich bei der Mobilen Bank Ihrer Meinung nach um eine Zwischen- oder Zukunftslösung?

„Dass wir nun ein neues Fahrzeug anschaffen, zeigt, dass wir weiter auf die Mobile Bank setzen.“

Wir gehen davon aus, dass sich die Kundenbedürfnisse weiter ändern werden. Daher werden wir auch unser Angebot immer wieder überprüfen. Dass wir nun ein neues Fahrzeug anschaffen, zeigt, dass wir weiter auf die Mobile Bank setzen.

So könnte die Mobile Bank in Zukunft aussehen.

Welche neuen Technologien sind Ihrer Meinung nach zukunftsfähig?

Technologien sind nur ein Teil des Bankings. Während sich einfachere, alltägliche Bankgeschäfte wie Überweisungen, Einzahlungen und Bargeldbezüge längst weg vom Schalter hin zu Bancomaten und ins E-Banking verlagert haben, hat die Bedeutung der Beratung bei komplexen Themen stark

„Technologien sind nur ein Teil des Bankings.“

zugenommen. Bei Themen wie Hausfinanzierungen, Pensionierungen oder Nachlassplanungen suchen unsere Kundinnen und Kunden verstärkt die kompetente Begleitung durch unsere Berater. Es ist also die Kombination aus Technologien und gut ausgebildeten Leuten, die zukunftsfähig ist.

Wenn Sie sich eine Erkenntnis aussuchen könnten, die Sie gerne bereits bei der Einführung der Mobilen Bank gehabt hätten, welche wäre das?

„Die Dorfbevölkerung in Wenslingen erinnert sich bis heute an den Tag, als unser lastwagenfahrender Banker mit eingestecktem Stromkabel von der Haltestelle losfuhr. Am Kabel zog er den Stromkasten wie die Hochzeitspaare die Blechdosen hinter sich durch‘s Dorf.“

Es wäre natürlich gut gewesen, wir hätten schon im Vorfeld gewusst, wie viele Leute an welcher Haltestelle von unserem Angebot Gebrauch machen würden. Heute können wir unseren Fahrplan genau danach richten. Eine andere Verbesserung: Unsere neue Mobile Bank kann einen ganzen Arbeitstag energieautark arbeiten. Das war bisher nicht der Fall. Die Dorfbevölkerung in Wenslingen erinnert sich bis heute an den Tag, als unser lastwagenfahrender Banker mit eingestecktem Stromkabel von der Haltestelle losfuhr. Am Kabel zog er den Stromkasten wie die Hochzeitspaare die Blechdosen hinter sich durchs Dorf.

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Yves Allemann

Yves Allemann ist Leiter Channel- und Customer Experience Management bei der BLKB.

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