Globale Treiber und lokale Netzwerke

Suzanne Thoma BKW

Die Welt befindet sich im Umbruch: Der Klimawandel zeigt erste Folgen, die Bevölkerung nimmt stetig zu und mit der fortschreitenden Digitalisierung werden neue Denk- und Handlungsweisen gefordert. Die BKW sieht sich mit diesen Herausforderungen konfrontiert und handelt.

Die BKW hat sich in den vergangenen Jahren von einem Energieunternehmen zu einem umfassenden Energie- und Dienstleistungsunternehmen mit inzwischen gegen 7000 Mitarbeitenden in Europa entwickelt. Diese Entwicklung war für unser Unternehmen nichts Neues. Ganz im Gegenteil. Die BKW ist seit 1893 nahe am Puls der Zeit. Als Antwort auf die Herausforderungen der industriellen Revolution bauten wir im 19. Jahrhundert Kraftwerke, um den Energiehunger einer wachsenden Wirtschaft und Gesellschaft zu stillen. Heute stehen wir wieder vor ähnlich fundamentalen Herausforderungen. Und die BKW wandelt sich erneut entlang dieser Veränderungen.

„Denn die Welt hat sich in Paris ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Unter 2 Grad Erwärmung bis 2050. Dieses Ziel ist heute noch erreichbar, stellt uns als Gesellschaft aber vor eine Herkulesaufgabe.“

Klimawandel und Urbanisierung als zentrale Treiber

Denn die Welt hat sich in Paris ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Unter 2 Grad Erwärmung bis 2050. Dieses Ziel ist heute noch erreichbar, stellt uns als Gesellschaft aber vor eine Herkulesaufgabe. Dabei ist der Einsatz von Technologie entscheidend – sowohl was die Vermeidung von Emissionen, als auch die Bewältigung der bereits sichtbaren Folgen des Klimawandels betreffen. Gleichzeitig wandeln sich unsere Städte und Agglomerationen rasant. Bis 2030 wird es weltweit über 660 Metropolen mit mehr als eine Million Einwohnern geben. Auch in der Schweiz ist dieser Prozess bereits weit fortgeschritten. Allein in den fünf grössten Agglomerationen der Schweiz – Zürich, Genf, Basel, Bern, Lausanne – leben fast 40 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Grosse Investitionen im Bereich der Infrastrukturen

Beide Trends führen unter dem Strich in ganz Europa zu ganz neuen Anforderungen und Herausforderungen im Infrastrukturbereich. Die britische Denkfabrik Oxford Economics publizierte kürzlich die Schätzung, wonach bis 2040 14,8 Billionen Euro in die europäischen Infrastrukturen investiert werden müssen. Das sind 14 800 Milliarden Euro. Das wären 590 Milliarden Euro pro Jahr, die für den Erhalt und Ausbau von Verkehrs-, Energie-, Wasser-, Entsorgungs- und Kommunikationsinfrastrukturen investiert werden müssen. Das sind jährlich gegen 600 Milliarden Euro, also das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz. In diesen attraktiven Wachstumsmärkten ist die BKW hervorragend positioniert.

„Gleichzeitig ist klar, dass diese globalen Treiber nicht dazu führen, dass sich die Kundenbedürfnisse nach Nähe und persönlicher Beratung grundlegend verändern.“

Kundennähe bleibt zentral

Gleichzeitig ist klar, dass diese globalen Treiber nicht dazu führen, dass sich die Kundenbedürfnisse nach Nähe und persönlicher Beratung grundlegend verändern. Deshalb hat sich die BKW beim Aufbau ihres Dienstleistungsgeschäfts bewusst an der Idee der lokalen Netzwerke orientiert. Wir wachsen zusammen. Wir vernetzen uns und entwickeln gemeinsam eine neue Unternehmenskultur. Wir verbinden Kompetenzen und sind so erfolgreich in der Lage, die Vorteile der Dezentralität mit den Synergien zu verbinden, die sich aus der Grösse der BKW Gruppe ergeben. Wir sind nah bei den Kunden in den Regionen und profitieren gleichzeitig von leistungsfähigeren Systemen und zentralen Services im Hintergrund – sei es bei IT-Systemen, Personalentwicklung oder den Finanzstandards. Einige Beispiele verdeutlichen diese Überlegungen:

  • Mit dem Engineering Netzwerk sind wir heute mit 2000 Spezialisten im ganzen deutschsprachigen Bereich präsent. BKW Engineering vereint grosse internationale Unternehmen mit breitgefächerten Kompetenzen und kleine regionale Unternehmen mit Spezialwissen. Durch diesen Zusammenschluss sind wir heute in der Lage, bei grossen europäischen Ausschreibungen mitzumachen, für die jeder Partner alleine zu klein wäre.

    BKW Engineering ist in der gesamten DACH-Region tätig.
  • Gleiches gilt für den Bereich Building Solution. Hier bilden wir ein schweizweites Netzwerk mit über 25 Unternehmen und 1500 Mitarbeitenden, die sich den Herausforderungen des Klimawandels im Gebäudebereich annehmen, wo heute rund 50 Prozent der Energie verbraucht wird. Innerhalb unseres Netzwerkes wenden wir moderne Technologien an und profitieren dabei von jahrelangen Erfahrung einzelner Tochtergesellschaften – beispielsweise im Bereich Building Information Modeling. Dank der intelligenten 3D-Modelle können wir damit die Vorteile der Digitalisierung auch im Baubereich etablieren und uns so einen Vorsprung schaffen, von dem unsere Kunden profitieren.

    Im Bereich Building Solutions beschäftigen sich die Mitarbeitenden mit den Herausforderungen des Klimawandels im Gebäudebereich.
  • Mit BKW Infra Services vereinen wir unsere nationalen Kompetenzen im Energie-, Telecom-, Wasser- und Verkehrsbereich mit einer regionalen Organisationsstruktur, die nahe bei den Kunden ist.

    Kompetenzen aus den Bereichen Energie, Telecom, Wasser und Verkehr werden in Infra Services vereint.

„Darum auch unsere Mission: Lösungen für eine lebenswerte Zukunft.“

Dabei haben wir als BKW das Privileg, dass wir in gesellschaftlich wichtigen Bereichen tätig sein können. Damit verbunden ist der Anspruch an uns selber, finanziellen Wert durch gesellschaftlichen Wert zu schaffen. Und umgekehrt mit gesellschaftlichem Wert auch finanziellen Wert zu kreieren. Darum auch unsere Mission: Lösungen für eine lebenswerte Zukunft.

Merkpunkte

  • Der Klimawandel und die Urbanisierung stellen ganz Europa vor grosse Herausforderungen im Infrastrukturbereich.
  • Um die Erderwärmung bis 2050 unter 2 Grad zu halten, ist der Einsatz von Technologien für die Vermeidung von Emissionen und die Bewältigung der bereits sichtbaren Folgen des Klimawandels unabdingbar.
  • Um den veränderten Kundenbedürfnissen nach Nähe und persönlicher Beratung gerecht zu werden, hat sich die BKW beim Aufbau des Dienstleistungsgeschäft an der Idee der lokalen Netzwerke orientiert.
  • Innerhalb des grossen Netzwerkes profitiert die BKW von leistungsfähigen Systemen und zentralen Services im Hintergrund und ist gleichzeitig in den verschiedenen Regionen nahe an den Kunden.

Autorin

Suzanne

Dr. Suzanne Thoma

Dr. Suzanne Thoma ist CEO bei der BKW.

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